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Interview mit Herrn Bächi zu den Schüler-Demos „Fridays-For-Future“

Die Demonstrationen zum Klimagipfel unter dem Titel „Fridays For Future“ sind zurzeit ein großes Thema. Viele Schüler unterschiedlicher Klassenstufen gehen statt in die Schule auf Demonstrationen, wie zum Beispiel am Freitag den 1. Februar in Ravensburg (->FRIDAYS FOR FUTURE – Schulstreik fürs Klima – Isnyer Schüler in RV. Aber was ist die Sicht eines Schulleiters dazu?

Ein Interview mit unserem stellvertretenden Schulleiter Herr Bächi:

Haben Sie schon von den „Fridays-For-Future-Demos“ gehört?

Ja klar habe ich davon gehört, schon vor einiger Zeit. Vor allem von Greta, die ja schon früh im Fernsehen und auch in der Presse war.

Was haben Sie für eine grundsätzliche Einstellung zu dem Thema, ohne an die Schule zu denken?

Grundsätzlich halte ich das für eine geniale Idee. Ich finde es wird höchste Zeit, dass sich junge Menschen dafür engagieren und ich finde, dass sich Schülerinnen und Schüler in den letzten 30 Jahren nur sehr wenig öffentlich gezeigt haben. Die letzten „Großen“, die sich um dieses Thema gekümmert haben, war die 68er-Generation. Sie sind für sehr viele Dinge, die ihnen wichtig waren, eingestanden und haben demonstriert. Auch in den 80er Jahren ist in die Richtung ein bisschen was passiert, aber seitdem habe ich das tatsächlich vermisst; daher finde ich es gut. Das Thema ist ein sehr wichtiges und vor allem ein Thema, das euch zuallererst interessieren muss. Es geht um eure Zukunft, deshalb ist es gut, dass da etwas passiert!

Wären Sie in Ihrer Schulzeit auf eine Demonstration dieser Art gegangen?

Das ist tatsächlich schwer zu sagen. Im Nachhinein würde ich sage, Ja! Aber ich habe jetzt natürlich einen anderen Blick darauf, als ich damals hatte. Dazu muss ich sagen, dass ich nicht sehr politisch war. Dazu war ich eine Generation nach den 80ern, in dieser Zeit gab es weniger politisches Engagement. Ob ich also gegangen wäre, weiß ich nicht. 

Was halten Sie als Schulleiter davon, dass die Demos während der Schulzeit stattfinden?

Als Schulleiter muss ich sagen, „Das geht nicht!“, denn die Schülerinnen und Schüler  sind zum Schulbesuch verpflichtet und ich muss danach schauen, dass dies auch eingehalten wird. Deshalb darf ich euch das nicht erlauben. Und ich habe es auch nicht erlaubt! Aber ich bin ja nicht nur Schulleiter. Sicherlich ist schon vorher deutlich geworden, dass ich durchaus ein Befürworter dieses Themas bin. Grundsätzlich find ich es gut, dass Schüler dafür demonstrieren und ich denke, es war tatsächlich auch wichtig, dass es während der Schulzeit stattfand und dass bewusst geschwänzt wurde. Niemals hätten die Schüler diese Öffentlichkeit bekommen, hätten sie am Freitagnachmittag oder Samstagmorgen demonstriert. Deshalb, wenn man etwas erreichen will, muss man auch etwas dafür riskieren, muss aber auf der anderen Seite auch mit den Konsequenzen klarkommen.

Sehen Sie eine Alternative? Vielleicht eine andere Organisationsform der Demonstrationen oder eine Erlaubnis durch das Regierungspräsidiums für uns Schüler?

Vorweg – Das Regierungspräsidium wird das niemals zulassen. Aus meiner Sicht, muss jetzt abgewartet werden, welche Entwicklung dies nimmt. Nochmal, ich denke es war wichtig, dass es während der Schulzeit passiert ist. Jetzt ist eine riesige Öffentlichkeit hergestellt. Am Montagabend habe ich „Hart aber Fair“, eine der wichtigsten politischen Sendungen, gesehen und da wurde das Thema besprochen. Der Deutsche Initiator, Jakob, ein interessanter 18-jähriger junger Mann, der jetzt Abitur macht, hat es da ganz gut gesagt. Es wäre sehr wichtig, dass diese Demonstration während der Schulzeit stattgefunden hat. Jetzt könnte man überlegen, die Veranstaltungen mit der vorhandenen Öffentlichkeit auch an einem Freitagnachmittag zu  machen. Man muss jetzt schauen, welche Kompromisse es gibt, damit die Schüler nicht so viel Unterricht versäumen.

Finden Sie es vertretbar, dass Schüler, auch aus unteren Klassen, zu diesen Demonstrationen gehen anstatt in die Schule?

Grundsätzlich würde ich keinen Unterschied machen zwischen einem Abiturienten und zum Beispiel einem Neuntklässler, beide versäumen gleich viel Unterricht. Aber klar könnte man jetzt sagen, dass versäumter Unterricht für Abiturienten etwas kritischer ist. Grundsätzlich halte ich Unterricht für sehr wichtig. Aber, es gibt auch andere wichtige Dinge, wie zu Beispiel, sich um die Zukunft zu kümmern. Daher denke ich, dass das  jeder mit sich ausmachen muss. Ich finde nur wichtig, dass die Schüler, egal aus welcher Stufe, bewusst dorthin gehen und nicht einfach schwänzen, weil eine Demonstration angenehmer ist als Schule. Er muss sich selber sicher sein, dass ihm dieses Thema so wichtig ist, dass er bereit dazu ist, einen Tag Unterrichtsstoff zu versäumen.

Macht es sie stolz zu wissen, dass sich Schüler ihrer Schule so engagieren und etwas verändern wollen?

 Ja!