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Internet in der Corona-Zeit presented to you by Ina Hagspiel

Liebe Mitschüler und Mitschülerinnen,

Corona hat unser Leben übernommen. Seit Wochen befinden sich ganze Länder in Ausgangssperre und jeden Tag steigt die Anzahl der Toten rasant an. Und auch wenn wir uns nach draußen begeben, herrscht eine solch angespannte Atmosphäre, welche einen schon fast fertig macht, verstärkt von den riesigen Warnhinweisen, die einem einen Sicherheitsabstand von zwei Metern vorschreiben. Beim Einkaufen schauen einen Menschen schief von der Seite an und Reizhusten ist der neue Turban am Flughafen. In Zeiten solcher Angst und Einsamkeit verbindet uns vorrangig das Internet. Denn wie würden wir sonst die letzten sozialen Kontakte aufrechterhalten, die uns noch bleiben?

Ich frage mich, wie diese Situation vor ein paar Jahrhunderten ausgesehen hätte. Natürlich nicht mit den damaligen Standards der Hygiene miteinbezogen. Denn die Isolierung bedrückt vorrangig nicht die Familien, die Zuhause in ihrem zweistöckigen Neubau leben, oder die Paare, welche sich nach dieser Zeit höchstwahrscheinlich nur vorm Scheidungsrichter wiedersehen werden. Nein, die Menschen, die tatsächlich ein Problem haben, sind die Menschen, welche alleine zuhause sitzen. Denn auch wenn ich menschlichen Kontakt meist vermeide, ist auch mir klar, dass dieser das ist, was unser Leben interessant macht. Ich meine, was wäre unser Leben, ohne unsere Freunde oder unsere Familie? Nicht nur um einiges einfacher, sondern auch sehr, sehr langweilig und fad. Also, wie hätten diese Situation Menschen überstanden, ohne die heutige Vernetzung? Vermutlich gar nicht. Sie wären schneller eingegangen als eine Topfpflanze. Das Internet nimmt eine gute Portion der Angst und gibt uns ein Gefühl der Verbundenheit. Natürlich könnte man über all die erwachsenen Promis reden, welche nun ihre Karriere auf TIK TOK retten wollen, was mir ehrliche Sorgen bringt, wozu der Mensch fähig ist, aber abgesehen von solchen Lappalien hilft es enorm. Natürlich ist es auch wichtig, damit unser Leben ein wenig weitergehen kann. Zwar nur langsam und schwermütig, aber Online- School gibt einem zumindest den Anschein von Normalität. Alle Leute, die jetzt von zuhause arbeiten, unterstützen zudem die Wirtschaft und halten diese zum Teil am Laufen, und Online-Handel sowie diverse andere Plattformen tragen auch zur Stabilisierung dieser Wirtschaftskrise bei. Und wieder lässt sich fragen, was wir ohne diese Errungenschaften anstellen würden. Darüber hinaus hilft das Internet auch enorm, die Nachrichten zu verbreiten und jeden über das Virus zu informieren, was eine gründlichere Quarantäne und ein besseres Verständnis des Virus in der Gesellschaft bewirkt. Und das wiederum führt zu mehr Gelassenheit und den tausenden Radfahrern, welche in Scharen jeden Tag an meinem Haus vorbeiziehen sowie den schwitzenden Menschen in der Mid Life Crisis, welche seit 1990 zum ersten Mal wieder joggen gehen. Wer hätte das gedacht? Fitness. Home Workouts und Sport-Apps halten die Menschen schlank, damit wir nicht alle mit Diabetes und einem Bauchumfang von 168 cm aus der Quarantäne herausrollen. Was würden wir auch sonst zuhause anstellen. Mal abgesehen von den sporadischen Trips zum Supermarkt, welche nun zum neuen Catwalk a la Heidi Klum mutieren, oder den Marathons, die ja auch nur in unserer Gegend wirklich möglich sind, ohne den Sicherheitsabstand zu verletzten. Das Internet unterhält uns. Natürlich ist das nun nicht die idealste Art seine Zeit zu verbringen, aber zumindest haben wir etwas zu tun. Wir können Musik hören, reden, lesen und Spiele spielen, was die Zeit ein wenig schneller vergehen lässt.

Zusammenfassend kann man also sagen. Ja. Ja, das Internet hilft uns durch und durch. In solchen Zeiten ohne jeglichen Halt oder Normalität brauchen wir etwas, was uns zeigt, dass das Leben weitergeht. Denn wenn wir ehrlich sind, jeder hat Angst vor dem Wandel und den Folgen, welche Corona hinter sich herziehen wird. Vieles wird sich verändern und manche Schäden in der Wirtschaft etc. werden länger brauchen, um sich zu erholen. Und genau aus diesem Grund brauchen wir eben dieses etwas, was uns zeigt, dass es uns allen so geht und hier niemand alleine dasteht.