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Exkursion der Klassenstufe 10 an die KZ-Gedenkstätte Dachau noch zeitgemäß?

Nach zwei Jahren Pause fand dieses Jahr wieder die Fahrt nach Dachau in die KZ-Gedenkstätte für die zehnte Stufe statt. Anlässlich dieses Ereignisses stellt sich die Frage, wie zeitgemäß und „lohnenswert“ diese und ähnliche Exkursionen an so historisch bedeutende Orte sind.

 

Gegen solche Exkursionen spricht vor allem die psychische Belastung an historisch ausdrucksstarken Orten. Es kann sehr erdrückend sein, diese Orte zu sehen und die Geschichten dazu zu hören, die bis zu Übelkeit und Ohnmacht führen können, wie unser Tour-Guide erklärte. Auch wenn es nicht zu diesen extremen Fällen kam, hinterlässt diese Exkursion auf jeden Fall Spuren.

Hinzu kommt, dass es auch als nicht mehr zeitgerecht empfunden werden könnte. Da es für die SchülerInnen keinerlei Aktualitätsbezug gibt und es schon 80 bis 90 Jahre zurück liegt. Somit sind solche Dinge, die in der damaligen Zeit in den Konzentrationslagern vor sich gingen, heute unvorstellbar.

Außerdem ist das Zeitmanagement ein Problem. So ging mehr als die Hälfte der Zeit für die Fahrt drauf und durch die Führung, welche zwar aufschlussreich und interessant war, blieb für die SchülerInnen nur noch eine halbe Stunde, um sich selbst auf dem Gelände zu erkundigen und Dinge wie das Museum und den Bunker zu besichtigen und wirken zu lassen. Diese Zeit reichte für das große Gelände vorne und hinten schlicht weg nicht.

         

Jedoch ist die Atmosphäre in der KZ-Gedenkstätte Dachau auf jeden Fall einprägsam. Spätestens beim Durchqueren der Tür mit der Inschrift „Arbeit macht frei“ überkommt einen das Gefühl von Verständnislosigkeit, Frust und Trauer. Die Stimmung auf dem Gelände war sehr düster. Dies zeigt, wie ausdrucksstark solche historischen Orte sind und welche Wirkung sie auch heute noch erzielen können.

Zudem ist es wichtig, sich damit zu beschäftigen, weil es die Geschichte eines jeden deutschen Bürgers ist. Folglich wird ein essenzielles Bewusstsein für die bundesdeutsche Vergangenheit geschaffen. Bei der Exkursion wird den SchülerInnen die Möglichkeit gegeben, die Geschehnisse und das Ausmaß der Brutalität an diesem Ort zu realisieren, da es eine ganz andere Wirkung hat, wie wenn man es nur liest, hört oder auf Bildern sieht.

Letztendlich ist aber vor allem wichtig, sich an diese Dinge, so schrecklich sie auch sind, zu erinnern. Dadurch wird ein Statement gesetzt, welches einen daran erinnert, dass so etwas nie wieder passieren darf, vor allem weil man am Beispiel Dachau auch gut sieht, zu welch brutalen Dingen Menschen fähig sind, wenn sie Anweisungen von Autoritäten bekommen.

 

Zusammenfassend kann man sagen, dass solche Exkursionen sowohl bedeutende positive als auch negativen Aspekte aufwerfen. Somit kann ein Besuch in der KZ-Gedenkstätte Dachau für die Psyche der SchülerInnen belastend sein. Zudem fehlt für ein paar der Aktualitätsbezug und das Zeitmanagement ist auch ausbaufähig. Jedoch hat dieser Ort auch eine einmalige Atmosphäre, ruft das Bewusstsein über unsere deutsche Geschichte vor und unterstreicht die Wichtigkeit sich zu erinnern und dies nie zu vergessen. Somit kann man sagen, dass es sehr wohl lohnenswert, wichtig und zeitgemäß  ist, da es einem auch lehrt, nicht immer blind Autoritäten zu gehorchen, sondern diese auch kritisch zu hinterfragen, um den Frieden zu bewahren.