Was ist die optimale Schule?
„Gar keine Schule“, denke ich mir manchmal. Eine Schule ohne Klausuren vielleicht, ohne Noten, ohne Druck. Eine Schule ohne Hausaufgaben, ohne Stress, ohne Sportunterricht, vielleicht. Nette Lehrkräfte, interessanter Unterricht, Wahlfächer, kein Mathe!
Vielleicht ist die optimale Schule aber auch das, was ich aus der suboptimalen Schule mache.
Meine Mittagspause letzten Montag, zum Beispiel, war ziemlich optimal. Ich bin in der Mensa fast an einer Nudel erstickt, die, nach dem wahrscheinlich besten Witz aller Zeiten, in meinem Mund falsch abgebogen ist. Die letzte Geschichtsklausur verlief auch ziemlich optimal.
Wenn ich darüber nachdenke, dann sind ziemlich viele Dinge in der Schule optimal. Meine Freund*innen, die meisten Noten, die Witze, die Pausen, einzelne Fächer, einzelne Stunden, der Film, den wir spontan anschauen, mein Lieblingsessen, das es überraschenderweise in der Mensa gibt, das aufmunternde Lächeln meiner Lehrerin nach meiner (sind wir ehrlich) echt nicht optimalen Matheklausur, die Umarmung meiner Freundin am Montag nach dem Wochenende, der freie Fensterplatz in der Mittagspause, das laute Lachen, die Erleichterung nach einer schweren Klausur, die Solidarität nach einer wirklich schlechten Klausur, die letze Stunde vor den Sommerferien, die erste Stunde nach den Sommerferien, …
Eine optimale Schule? Ich bezweifle fast, dass es sowas überhaupt gibt. Die optimale Schulstunde? Der optimale Schultag? Die optimale Mittagspause? Der optimale Nebensitzer? Die optimale Klausur? Ich glaube, das gibt es, und ich glaube am Ende geht es in unserer suboptimalen Schule in unseren nicht immer optimalen Leben in unserer suboptimalen Welt darum, die optimalen Dinge zu finden, die optimalen Menschen zu treffen, die bestmöglichen Optimalen zu erleben.
Wenn wir es schaffen, im alltäglichen Schulstress optimale Dinge zu finden, dann brauchen wir vielleicht gar keine optimale Schule.
(Paula Butscher, Klasse 11)