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Von Isny bis Olympia – Friedrich Moch im Interview

Das Gymnasium Isny – Lernen, Gemeinschaft und Muskelkater unter einem Dach. Mit Angeboten wie dem Isnyer Modell für Leistungssportler, zahlreichen Sport-AGs und Erfolgen bei „Jugend trainiert für Olympia“ zeigt unsere Schule, dass hier nicht nur für Klassenarbeiten trainiert wird. Ein ehemaliger Schüler, der diesen Weg besonders eindrucksvoll gegangen ist, ist Friedrich Moch. Der Langläufer vom WSV Isny lief bereits zwei Mal bei Olympia für Deutschland und gehört inzwischen zu Profis im Skilanglauf. Unsere Schülerzeitungsredaktion hat sich gefragt, wie man den Weg von der Schulbank bis in die Weltspitze schafft – und welche Rolle das Gymnasium dabei hatte.

Wie läuft der Weg zur Olympia-Qualifikation im Skilanglauf eigentlich genau ab?

Für die Olympia Qualifikation in Deutschland muss man erstmal normale Weltcuprennen laufen. Um sich direkt offiziell zu qualifizieren, braucht man ein Top8 oder zwei Top15 Ergebnisse dort. Meistens schaffen das aber nicht alle und dann gibt es meistens Trainerentscheide, bei denen dann die restlichen Plätze mit den besten Athleten der Saison aufgefüllt werden. Pro Wettkampf bei Olympia hat man 4 Startplätze und das Team besteht meistens aus 6 Athleten und 6 Athletinnen.

Gab es einen Moment dort, der dir besonders im Kopf geblieben ist?

Mein Weg zu Olympia war dieses Jahr etwas holprig. Ich war dieses Jahr etwas im Übertraining und dadurch hatte ich keine gute Form und hab deswegen die offizielle Qualifikation nicht geschafft und musste bis zum Ende zittern, ob ich mitdarf oder nicht. Am Ende hat es aber gereicht und der Moment, in dem ich das erfahren habe, war auf jeden Fall ein besonderer. 

Wie hat deine Karriere als Leistungssportler begonnen?

Mit dem Langlaufen habe ich erst mit 12 Jahren angefangen. Als Kind habe ich mehr Fußball gespielt und war Ski Alpin fahren. Natürlich hatte ich am Anfang nicht das Ziel Leistungssportler zu werden. Zu Beginn hatte ich einfach Spaß am Langlaufen und bin ein paar regionale Rennen gelaufen. Mit der Zeit habe ich rausgefunden, dass mir das sehr gut liegt und ich wurde immer erfolgreicher und dadurch habe ich angefangen mehr und mehr zu trainieren. Schon während der Oberstufe habe ich gemerkt, dass ich zur deutschen Spitze gehöre und Chancen auf den Weltcup habe und da habe ich dann entschieden, dass ich nach der Schule Leistungssportler werde und dann wurde nach und nach alles professioneller und man ist da einfach reingewachsen.

Welche Rolle hat die Stadt Isny auf deinem Weg gespielt?

Die Stadt Isny aber vor allem das Gymnasium mit dem Isnyer Modell haben mich von Anfang an optimal unterstützt. In Isny hat man im Sommer wie im Winter ideale Trainingsbedingungen. Das Isnyer Modell hat mir ermöglicht, auf Trainingslager und Wettkämpfe auch während der Schulzeit zu fahren und verpassten Unterricht bei Bedarf mit Lehrern im Einzelunterricht nachzuholen. Dadurch konnte ich mein Abitur ganz normal absolvieren, ohne an ein Sportinternat wechseln zu müssen, wofür ich im Nachhinein sehr dankbar bin.

Was motiviert dich, auch an harten Tagen weiterzumachen?

Mir macht das Training meistens schon sehr viel Spaß, weil ich einfach Freude daran habe mich draußen in der Natur zu bewegen. Natürlich gibt es auch mal Tage, an denen es nicht so viel Spaß macht, aber da muss man einfach diszipliniert bleiben und vielleicht mal daran denken, wofür man das alles macht und was seine Ziele sind. Meistens fühlt man sich danach dann echt auch deutlich besser, weil Bewegung meistens einfach guttut.

Olympia Peking vs. Mailand – beides intensive Erfahrungen? 

Das waren auf jeden Fall beides intensive Erfahrungen. Peking war sehr speziell, da wegen Corona alles sehr eingeschränkt war und man im olympischen Dorf eingesperrt war und eigentlich keinen richtigen Kontakt zur Außenwelt hatte und leider war die Olympiade auch komplett ohne Zuschauer. Mailand war auch etwas speziell, weil alle Sportarten komplett zerstreut waren. Das war ein bisschen schade, weil man dadurch nicht so das typische Olympiafeeling hatte, weil man keinen Kontakt zu anderen Sportarten und anderen Nationen hatte. Trotzdem war es besonders, vor allem weil viele Zuschauer von zuhause mit dabei sein konnten und man auf vertrauten Strecken unterwegs war. Es war auf jeden Fall cool schon bei zwei Olympiaden dabei gewesen zu sein und ich hoffe, dass 2030 noch eine dritte dazu kommt.

Danke Friedrich für die spannenden Einblicke

und weiterhin viel beruflichen Erfolg,

dein Gymnasium Isny!