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Schüleraustausch Istanbul Erkek Lisesi und Gymnasium Isny

Vom 24.4. bis 2.5. 2026 war es wieder soweit – wir waren wieder zu Gast am Istanbul Erkek Lisesi, unserer Partnerschule seit 2019! Mit dem Bayernticket und einem Flug von München ab machten sich 12 Schülerinnen und Schüler, begleitet von Herrn Stalder und Frau Kern, auf in die Metropole Istanbul. Seit Jahren verbindet uns eine tiefe Freundschaft zu den türkischen Schülerinnen und Schülern dort, sowie zu unseren türkischen Gastfamilien und dem türkischen und deutschen Kollegium. In Istanbul angekommen erwarteten uns schon Herr Ekinci und Frau Acici, die uns herzlich empfingen. Wir lernten unsere Austauschpartner und deren Familien kennen, bei denen wir die nächsten Tage bleiben würden. Dieses Jahr haben wir uns für das Projekt „Wasser ist Leben!“ entschieden. Dieses Thema hat uns auch persönlich beschäftigt, so haben doch Globalisierung und Klimawandel sauberes Wasser zu einer wichtigen Ressource werden lassen. Viele Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und auch in der Landwirtschaft oder Industrie spielt diese Ressource eine wichtige Rolle. Die Frage: „Wann hat es hier zum letzten Mal geregnet?“ war also in aller Munde, denn viele Regionen Deutschlands und der Türkei leiden unter zu wenig Niederschlag und wenn dieser dann kommt, oft zu viel davon. Gut konnten wir uns an Flutkatastrophen in Deutschland und in der Türkei erinnern. Auch unser eigener Wasserverbrauch wurde diskutiert und hinterfragt und einige der Teams überlegten sich Strategien, wie man im Alltag auch ganz persönlich Wasser sparen kann. Täglich arbeiteten wir an unseren Präsentationen:

1.             Woher kommt unser sauberes Wasser?

2.             Der Bosporus – Handelsweg in Geschichte und Gegenwart

3.             Ressource Wasser – knapp und kostbar

4.             Wasser als Wirtschaftsfaktor

5.             Die Wege des Wassers in Istanbul und Isny – Brunnen, Zisternen, Aquädukte und Moore

6.             Flut und Dürre – Wasser, das unberechenbare Element!

Für uns alle war es eine Herausforderung, zum ersten Mal in gemischt-nationalen Teams zusammenzuarbeiten, unsere türkischen Partner standen vor doppelter Herausforderung: Alle Präsentationen werden auf Deutsch gehalten! Am IEL lernen die türkischen Schüler von Klasse 8-10 Deutsch, sodass sie in Klasse 11 und 12 dann ein deutsches Abitur ablegen können.

Das Thema „Wasser“ begleitete uns jeden Tag: Wir besuchten eine Trinkwasseraufbereitungsanlage in Istanbul und waren auch alle zusammen in der Yerebatan-Zisterne, dem so genannten „Versunkenen Palast“. Dieses so wichtige Element Wasser lernten wir auch auf ganz andere Weise kennen: Auf der asiatischen Seite nahmen wir an einem Kunstkurs teil und lernten, auf Wasser zu malen und diese Malereien dann auf Papier abzudrucken. Die einzelnen Teams befuhren für ihre Themen den Bosporus, untersuchten den Deutschen Brunnen oder beschäftigten sich mit dem Valens-Aquädukt. Mit den Gastfamilien besuchten viele von uns die Hagia Sophia, die Blaue Moschee oder den Topkapi-Palast. Wir lernten die türkischen Verwandten und Freunde der Gastfamilie kennen, sowie das landestypische Essen. Immer wieder diskutierten wir Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Schulalltag, im Unterricht und in der Familie. Mutig probierten wir alles, was dieses Land kulinarisch zu bieten hat, vom Islak Burger (der „nasse Hamburger“ – unbedingt probieren!) über Cig Köfte, Balik Ekmek, Kadin Budu Köftesi und natürlich die Klassiker Menemen, Iskender Kebab, Lahmacun, Mezes und Baklava. Schön war, dass wir dabei auch sprichwörtlich über unseren Tellerrand hinausschauen konnten, Vorurteile hinterfragen und Völkerverständigung ganz praktisch leben konnten. Während die große Politik zunehmend versagt, die Welt von Kriegen, Konflikten und nationalen Alleingängen erschüttert wird, konnten wir das verwirklichen, woran viele Politiker scheitern: Freundschaft zwischen zwei Nationen, Internationalismus, Offenheit, Toleranz, gegenseitige Akzeptanz und die Erkenntnis, dass wir alle voneinander abhängig sind.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei ErasmusPlus und der deutsch-türkischen Jugendbrücke für die großzügige Förderung unseres Projektes und freuen uns sehr, wenn wir in 6 Wochen unsere türkischen Gäste empfangen dürfen und nun im Gegenzug unsere Häuser und Wohnungen öffnen um die Gastfreundschaft zurückgeben zu können, die wir so herzlich erfahren durften.

Schön, dass wir Freunde in der Türkei haben, die uns dort immer mit einem Glas Cai erwarten!