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Reisen und Ruhen – zum Sabbatjahr von Herrn Schlichter

Wie jedes Jahr fand auch im vergangenen Jahr die bekannte Jahrbuchwoche statt. Als Jahrbuchteam war es unsere Aufgabe, allen Texten eine passende Seite im Jahrbuch zuzuordnen, ohne dass dabei ein bibeldickes Werk entsteht. So schade es auch ist, gelingt dies nie ganz ohne das Weglassen mancher Texte. Doch das Wort „Verlust“ wäre hier vielleicht fehl am Platz, denn diese Texte finden dennoch ihren Raum – hier in der Schülerzeitung.

Zu diesen Texten gehörte im vergangenen Jahr auch Herr Schlichters Bericht über seine Erfahrungen im Sabbatjahr. Hier ist er nun…

Mir kommt es so vor, als hätte ich den Artikel über das mir bevorstehende Sabbatical, der im letztjährigen Jahrbuch abgedruckt ist, erst vor einem Monat geschrieben. So schnell verfliegt ein Schuljahr – eine Zeiterfahrung, die auch viele von euch Schülern in der Kursstufe machen: Kaum ist man in Klasse 11, steht schon das Abi vor der Tür.

Zunächst vielleicht ein paar Worte zur Idee des Sabbatjahres, das im Beamtendeutsch auch als ‚Freistellungsjahr‘ bezeichnet wird: Nach Beantragung und Genehmigung beginnt die Zeit des Ansparens. Das bedeutet, die Lehrkraft erhält weniger Besoldung für gleiche Arbeit und kann nach einiger Zeit bei Fortzahlung ihrer Einkünfte ein Jahr freinehmen. Sinn und Zweck dieses Konzepts ist nicht zuletzt die Möglichkeit, lange gehegte Wünsche zu realisieren und dem eigenen Leben neue Impulse zu geben. Auch wenn uns Lehrkräften nichts geschenkt wird, ist es doch ein riesiges Privileg, so etwas überhaupt machen zu können.

„Reisen“ lautet der erste Wunsch der allermeisten, die in den Genuss der schier unendlichen Möglichkeiten eines arbeitsfreien Jahres kommen. So ging es auch mir! Ich war in vielen europäischen Ländern unterwegs, mal wandernd, mal mit dem Fahrrad. Meine weiteste und längste Reise führte mich nach Peru. Und ich kann nur jedem – vor allem jungen – Menschen empfehlen, immer wieder rauszugehen, um neue, andere Erfahrungen zu machen. Ebenso wichtig war es mir aber zu ruhen, um diese Erfahrungen zu verarbeiten, sie in mein Welt- und Menschenbild einzuarbeiten. Zu diesem Zweck habe ich viel gelesen und Tagebuch geschrieben. („TYPISCH DOITSCHLÄRA!“, werden jetzt manche denken!) Soziale Medien habe ich eher gemieden, weil mich der vordergründige, nicht selten scheinheilige Exhibitionismus nervt, der dort vorherrscht. Aber das ist Geschmackssache; man kann Insta & Co. sicher auch sinnig einsetzen.

So, jetzt freue ich mich auf meine Rückkehr ans Gymnasium Isny, die übrigens nicht selbstverständlich ist. Wer sich ins Sabbatical begibt, riskiert, an eine andere Schule (im Umkreis von 50 Kilometern) versetzt zu werden. Und hoffentlich fließt etwas vom „Geist“ dieses Freistellungsjahres in meinen Unterricht ein, aber wahrscheinlich merkt man gar nicht sooo viel Unterschied. ;-)! Jetzt sind Frau Kurz und Herr Deuschle dran. Mal sehen, was sie so machen und was sie in einem Jahr zu berichten haben werden!

(Beitrag zum Jahrbuch 24/25 von Herrn Schlichter – Text garantiert KI-frei! Bild nicht (-; )