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Der Studieninfotag in Tübingen

Mitten in der goldenen Herbstwoche im November stand für die Elftklässler zur Abwechslung mal keine Klausur, sondern ein Tagesausflug auf der Agenda. Noch in der Morgenfinsternis stieg der Großteil unserer Stufe in den Reisebus Richtung Tübingen ein. Die dortige Universität bat am baden-württembergischen Studieninfotag allen Studieninteressierten einen realitätsgetreuen Einblick in das Studi-Leben.  

So wurden Infostände mit Studierenden aus verschiedenen Fachrichtungen aufgebaut, Campustouren angeboten und mehrere Hörsäle geöffnet. Alle, die sich für das Ausschlafen am erfrischenden unterrichtsfreien Tag entschieden haben, konnten die aufgeführten Angebote bundesweit online wahrnehmen – nach einem ausgiebigen Frühstück, versteht sich. Währenddessen holte der tapfere Rest den verpassten Schlaf entweder angelehnt an die Fensterscheibe oder die Schulter des Sitznachbarn nach, nur um die Universitätsluft in eigener Lunge zu spüren.  

Angekommen staunten wir sichtlich mitgerissen über die historischen Gebäude auf der einen und so erwachsen wirkenden Studenten auf der anderen Seite der Straße. In Kleingruppen durften wir selber den Tag gestalten, sodass die einen zur Morgenstelle, dem naturwissenschaftlichen Abzweig, und andere wiederum in das gesellschaftswissenschaftliche Hauptgebäude marschierten.  

Meine Gruppe fand nach vielen: „Ups, falsch abgebogen“ und „Warum zeigt das Handy jetzt eine Minute mehr an?“ endlich die Geschichtsvorlesung. Zwischen einem begeisterten Professor und sich von Kaffee ernährenden Studis erfuhren wir so von Poleis, die – wie wir jetzt wissen – sowohl als Staat als auch Stadt zu verstehen sind. Wer dort regierte, also kosmete, und wer wie lebte, sowie vieles mehr, versteckte sich hinter lateinischen Begriffen, die wir nur mit Mühe unter der Bank googelten. Im Anschluss besuchten wir die überfüllte Veranstaltung zum Psychologiestudium, um danach zu der zweistündigen Medizinveranstaltung zu huschen. Die Angebote waren zwar unglaublich vielfältig, doch unsere Zeit forderte eine schmerzhafte Priorisierung.  

Zwischendurch haben wir einen Abstecher in der Stadt gemacht, und in einem italienischen Restaurant unsere Bäuche mit sehr leckerer Pizza vollgestopft. Eine Freundin und ich bekamen jedoch nicht wie alle anderen ein Messer, sondern kindergerechte Schere. Sagt schon viel über unser Auftreten aus. Zudem wurden wir dreimal aufgefordert, der Pizzeria auf Instagram zu folgen, sodass alle ohne soziale Netzwerke ihre Haltung hinterfragt haben, als sie an der Kasse ganze drei Euro mehr zahlen mussten als die treuen Follower.  

Der Tag fand sein Ende in angenehmer Abenddämmerung mit Gummibärchen und regem Austausch an Eindrücken. Es war schön mitzubekommen, wie jemand seine Berufsrichtung gefunden hat, auch weil es einem selbst Hoffung gab. Weniger schön dagegen war es, als ein anderer von einem NC erschreckt wurde. Trotz allem einigten wir uns darauf, dass wir alle einen Weg zu unserem Glück finden werden. Getreu dem Motto wandten wir uns unseren Lernunterlagen zu, denn bereits am nächsten Tag ging der ganz normale Klausuralltag weiter. Kurz gesagt: Mathematik pauken und hablar español. 

Vielen lieben Dank an unsere Begleitlehrerin Frau Kern, die uns ausreichend Freiheit gab, aber trotzdem bei jeglichen Fragen zur Seite stand. Von allen bisherigen Berufsberatungen unserer Schule war dieser Ausflug eindeutig das Highlight.