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Ein Resümee zum digitalen Lernen im zweiten Lockdown

Fünf Monate, in denen wir Schüler zuhause saßen. Fünf Monate, in denen die Lehrer sich eine komplett neue Art des Lehrens aneignen mussten. Und das alles im Schnelldurchlauf. Dass hier die Schere der Unterrichtsvielfalt auseinander geht, ist wohl unumgänglich. Doch wie groß sind die Unterschiede und wie zeigen sie sich?

Das größte Kompliment, das ein Lehrer wohl bekommen kann, war: „Bei Ihrem Onlineunterricht hat man in der Effizienz keinerlei Unterschied zum Präsenzunterricht gemerkt!“ So hat Lehrer A den Unterricht im Homeschooling sehr strukturiert und abwechslungsreich gestaltet. Arbeitspläne wurden zeitgenau abgestimmt und mit einem Einstieg ins Thema sowie einem Abschluss versehen. Dadurch wurden die Aufgaben für den Schüler übersichtlich und es wurde der größtmögliche Lernerfolg erzielt.

Eine beliebte Methode war auch das Anschauen von Filmen oder Videos. Dies konnte sowohl ins Positive als auch ins Negative verlaufen. In Chemie und Physik konnten so trotz des Lockdowns Versuche gezeigt werden, die ansonsten im Schuljahr untergegangen wären. In anderen Fächern, wie zum Beispiel Geschichte oder Geografie, konnten Dokumentationen auch als Lückenfüller genutzt werden. Das war auf Dauer langweilig, ermüdend und hatte in den meisten Fällen auch wenig Lerneffekt.

Bei Lehrer B wurde nicht auf einen abwechslungsreichen Unterricht geachtet, was sich u.a.  in Massen an Arbeitsblättern, umfangreichen Heftaufschrieben und einer monotonen Arbeitszeit geäußert hat. Die Schüler hatten dadurch weniger Motivation sich aufzuraffen, was nach fünf Monaten auch so schon nicht immer leicht war.

Um die Motivation aufrechtzuerhalten, war es wichtig, eine gute Balance zwischen Arbeitsaufträgen und Videokonferenzen zu finden. Durch konstante Tage, an denen Videokonferenzen angesetzt waren, konnten Aufgaben leicht kontrolliert werden. Das Wissen wurde so am einfachsten vertieft und vernetzt.                                                                                          Seit Senfcall eingeführt wurde, wurde auch die Qualität der Videokonferenzen an sich besser. Zum Beispiel konnten auf Senfcall auf einfachstem Weg Abstimmungen gemacht oder Gruppenräume eingerichtet werden. Durch diese Gruppenarbeiten konnte auch die soziale Ebene gefördert werden, indem man aus seiner sozialen Isolation – wenn auch nur für kurze Zeit – herauskommen konnte.

Leider lief bei den Videokonferenzen nicht immer alles glatt. Wenn die Konferenz aus unerfindlichen Gründen einfach abbrach und für längere Zeit nicht mehr funktionierte, kam es nicht selten vor, dass sich die schlechte Laune der Lehrer auf die Schüler projizierte. Was kontraproduktiv sowohl für Schüler als auch Lehrer war.

Kreative Arbeit kam durch das Homeschooling manchmal zu kurz, dennoch gab es auch hier Lehrer, die diesen Entwicklungsaspekt beachteten. In Fremdsprachen versuchte es Lehrer C mit Quizzlet, wodurch die sonst so lästige Vokabelarbeit interessanter gestaltet wurde. Oder die Kreativität wurde gefördert, indem verschiedene kleine Projekte angesagt waren, wie zum Beispiel das Gestalten von Flyern oder Prospekten.

Das Homeschooling war wohl für alle Neuland, sowohl für Schüler als auch Lehrer, weshalb man nicht erwarten konnte, dass alles von Anfang an gut lief. Vergleicht man den ersten und zweiten Lockdown, kann man trotzdem sagen, dass eine Verbesserung stattgefunden hat und Ressourcen wie Videokonferenzen besser und effektiver genutzt wurden.                                                      Die Schere der Unterrichtsvielfalt ging dennoch beachtlich auseinander.

Es gab leider Lehrer – die Minderheit –, die es leider scheinbar nicht geschafft haben, das Augenmerk auf qualitativ hochwertigem Unterricht zu legen, worunter schlussendlich die Schüler leiden mussten.  Aber, es gab eben auch die Lehrer, die sich viel Mühe gegeben haben.