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Für den Kontext:

Das Basisfach Kunst der Stufe 12 hatte neulich die Aufgabe, Fotos im Schulgebäude zu machen. Während wir dies erledigten, hatten wir sehr viel Spaß daran, tiefgründige Botschaften in den Bildern zu entdecken und das wollen wir teilen. [...]

 

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Die Fotografie ,,Die vergebliche Suche" zeigt zwei Stühle und einen Tisch, die über den Betrachter hinausragen. Man erkennt, dass diese Stühle gen Himmel zeigen, was deutlich dafür spricht, dass der Betrachter ein höheres Wesen, Gott, dort erwartet. Die Stühle bleiben allerdings leer und lassen einige Fragen über dieses höhere Wesen offen: Hat Gott die Menschheit zurückgelassen? Hat er überhaupt je existiert?

Die beiden weißen Vögel, die auf der Glasscheibe zu erkennen sind und die sonst den Heiligen Geist verkörpern, sind in dieser Situation ebenfalls zu hinterfragen. Verlässt der Heilige Geist ebenfalls uns Menschen und fliegt davon? Sucht er womöglich ebenfalls die fehlende Gottheit?
Das Werk zeigt damit ein eindeutiges Hinterfragen der Religion und ihrer Weltanschauung, wie besonders junge Menschen es heutzutage tun und ist damit höchst aktuell.

 

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Im Werk „Falsche Andersartigkeit“ sind im Hintergrund einige Gemälde zu sehen. Wie das kritische Auge erkennt, sind vier der fünf Bilder in Brauntönen gestalten, während sich das übrige durch seine kräftigen, bunte Farbigkeit von der Masse abhebt. Auf die gesellschaftliche Ebene übertragen, ist zu erkennen, dass Individualisierung nicht akzeptiert wird, da genau dieses uneinheitliche Bild am Boden liegt, den einheitlichen, standardisierten Bildern räumlich unterlegen. Die im Vordergrund erkennbaren Gitterstäbe verdeutlichen den Druck und Zwang, der auf dem einzelnen liegt. Damit transportiert dieses Werk eindeutig hoch kontroverse Gesellschaftskritik.

 

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Frohe Weihnachten! Es ist wieder so weit: Plätzchen backen, Weihnachtslieder singen, Christbaum schmücken, allein auf dem Boden sitzen. Das Bild "Lonely Christmas" zeigt auf, das Weihnachten nicht für alle ein Fest im behüteten Kreise der Familie ist. Am linken Bildrand ist unscharf ein geschmückter Christbaum zu sehen, der in unserer Schule steht. Zwischen seinen Zweigen kann man eine kleine schwarz gekleidete Gestalt erkennen, die am Boden vor dem Haupteingang sitzt - den Kopf von einer Kapuze bedeckt und das Gesicht in den angezogenen Knien vergraben. Über ihr leuchtet - heller als die Lichterkette am Christbaum - ein Notausgangschild. Das Schild repräsentiert, dass die abgebildete Person in emotionaler Not ist. Die schwach leuchtende Lichterkette soll als Symbol für die fehlende Liebe rund um das Weihnachtsfest verstanden werden. Was wäre, wenn durch den Eingang eine weitere Person hereinkommen würde und sich dazu setzen würde? Würde die Lichterkette heller leuchten? Was wäre, wenn die beiden Personen anfangen würden, miteinander zu reden? Würde die Lichterkette heller leuchten? Was wäre, wenn jeder von uns sich umsieht und zu einer Person auf dem Boden dazu setzt? Würden die Lichterketten überall heller leuchten?

 

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In der Fotografie ,,Zeit zu handeln" ist schlicht eine teilweise geöffnete Spindtür zu sehen. Es ist nicht klar, ob die Tür sich schließt oder öffnet, wodurch eine ambivalente Deutung entsteht. Die sich öffnende Tür zeigt sich neu eröffnende Möglichkeiten, die man nutzen muss, um seine Ziele erreichen zu können.
Die sich schließende Tür ist nur noch einen kleinen Spalt offen und steht damit für die Dringlichkeit in einer Situation zu handeln. Anwendbar ist dies in jeder Situation des Lebens. Wer seine Chance nicht nutzt, erhält keine zweite Gelegenheit. Sowohl im privaten Bereich als auch beispielsweise in der Aktion gegen den Klimawandel ist, wie der Titel verrät, jetzt die ,,Zeit zu handeln".

 

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Das Bild "Pandemie & Demokratie" zeigt einen Desinfektionsspender, welcher über einem Mülleimer hängt, indem eine medizinische Maske liegt. Es wurde eine leicht nach links geneigte Perspektive gewählt und mit Blitzlicht stark beleuchtet. Die Szenerie stellt die gesellschaftliche Spaltung um den Konflikt der Coronapandemie dar. Folgsame Bürger gegen Corona-Leugner - zu welchem Lager gehörst du? Desinfizierst du deine Hände regelmäßig, oder schmeißt du deine Maske in den Müll? Die gekippte Aufnahme des Bildes zeigt, wie schräg die Zeit ist, in der wir leben. Wie sehr wir als Gesellschaft aus dem Gleichgewicht geraten sind. Symbolisiert durch das Blitzlicht wird gezeigt, wie sehr wir uns auf das Thema Covid-19 fokussieren und ignorant gegenüber anderen werden. Nur meine Meinung ist die einzig richtige, nur mein Vorgehen wird uns schnell den Alltag vor der Pandemie zurückbringt. Am Ende des Tages hängt jedoch der Desinfektionsspender über dem Mülleimer. Und auch am Ende der Pandemie wird es so sein.

 

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In der Fotografie „Täuschende Freiheit“ ist ein Gebäudekomplex mit Sportgelände im Hintergrund zu erkennen. Allerdings wird von innen durch eine Glasscheibe nach außen geblickt, wodurch eine Sehnsucht vermittelt wird. Ebenfalls ist durch das Stilmittel des Blitzes ein leuchtender Lichtpunkt im Hintergrund zu erkennen, ausgelöst durch die Spiegelung in der Scheibe. Dieser verstärkt die bereits erwähnte Sehnsucht und vermittelt dem Beobachter den Wunsch, den strahlenden, paradiesischen Ort zu erreichen. Es scheint sogar ein Weg vorgegeben zu sein, denn ein Tisch im Innenraum schließt perspektivisch clever gestaltet direkt an die Dachkante im Außenraum an. Tatsächlich wird dieser Weg jedoch mittels der Scheibe unterbrochen, was durch einen aufgeklebten Vogel verdeutlicht wird. Die Figur des Vogels steht für Freiheit, hier paradoxerweise im Kontext einer Sperre, wodurch dargestellt werden soll, dass diese Freiheit eine Täuschung ist. Der Vogel hat außerdem die untypische Farbe weiß, die hier mit einer Kapitulation in Verbindung gebracht werden kann. Der Beobachter hat aufgegeben, nach draußen zu streben und sich damit von seiner Freiheit abgewandt. Er hat den Ort des Geschehens verlassen und dabei in seinem verlorenen und verunsicherten Zustand den Deckel seiner Vesperdose vergessen.

 

Liebe Frau Lenke, bitte nehmen Sie diese Parodie nicht allzu ernst. Wir sind uns der Relevanz der Kunstaufgaben selbstverständlich bewusst und erledigen diese natürlich sorgfältig. Viele Grüße! :)