• Katha_Scharf
„Was willst du in der Zukunft machen?“

Die meisten von uns kennen diese Frage schon. Wir haben sie häufig gehört und fast jedes Mal wirkt sie bedrohlich, oder ruft eine Unsicherheit in uns hervor, die unter Umständen eine Faust-artige Existenzkrise in uns auslöst.

Die Versuchung ist sicherlich groß, diese Frage ab jetzt zu ignorieren und nach dem Carpe-Diem-Prinzip zu leben. Doch die einzige Lösung hierfür ist, sich selbst auf die Suche zu machen.

Sprachen. Musik. Wissenschaften.

Schnupperstunden. Praktika. Wettbewerbe.

Die Möglichkeiten sind zahlreich, auch wenn sie auf den ersten Blick anders erscheinen mögen.

Eine derartige Gelegenheit präsentiert sich jedes Jahr für wissenschaftlich Interessierte: die Olympiaden in Richtung Biologie, Chemie und Physik. Diese internationalen Wettbewerbe decken alle Hauptrichtungen der Wissenschaften ab und dienen der Horizonterweiterung der Schüler weltweit.

Was bedeutet das aber?

Um diese und andere dringende Fragen zu klären, besprachen wir dies mit Katharina Scharf, eine Teilnehmerin der Chemie-Olympiade. Durch die Schule hörte sie zum ersten Mal davon und hat dadurch viele Erfahrungen sammeln können, die sie uns mitteilte:

Lehrzeichen: Was genau musstest du bei der Olympiade machen?

Katharina: In der ersten Runde gab es ein Aufgabenblatt mit verschiedenen Themenbereichen, die man zuhause bearbeiten musste. Das musste man dann abgeben, und wenn man mehr als 50% richtig hatte, ist man in die zweite Runde gekommen.

Dann in der zweiten Runde gab es zur Vorbereitung auf die Klausur zwei Seminare in Stuttgart, bei denen man auf die drei Hauptthemen (Bei mir waren es Thermodynamik, Säure-Base-Derivate und Koordinationschemie) vorbereitet wurde. Dann habe ich in Stuttgart die Klausur geschrieben, und wenn ich unter den besten 66 Teilnehmern gewesen wäre, wäre ich weitergekommen.

Lehrzeichen: Das war auch das erste Mal, dass du dabei warst. Wie hast du dich entsprechend darauf vorbereitet?

Katharina: Hauptsächlich habe ich mir die Themen zuhause angeschaut und die bereitgestellten Übungsaufgaben gemacht.

Lehrzeichen: Ein solcher Wettbewerb kann manchmal auch an einigen Stellen eine Herausforderung darstellen. Wie würdest du dann deine Erfahrung bewerten?

Katharina: Man konnte bei der Olympiade viel lernen, vor allem jetzt als wir das Thema Thermodynamik im Chemieunterricht behandeln. Ich verstehe dadurch besser, was ich bei den Seminaren mitgeschrieben habe. Ich habe auch viele nette Menschen dort kennengelernt und Kontakte geknüpft. Auch die Führung durch das Labor fand ich interessant. Ich habe natürlich nicht alles verstanden, was bei den einzelnen Themen erklärt wurde, aber das ist verständlich; die meisten Schüler waren auch aus älteren Klassen. Insgesamt fand ich es aber sehr nützlich.

Lehrzeichen: Du hast gesagt, dass du dadurch viel lernen konntest. Hat die Olympiade dir dann mit Hinblick auf deine Zukunft geholfen?

Katharina: Es war interessant zu sehen, mit welchen Themen sich die Chemie befassen kann und was man mit diesem Wissen verstehen und nachvollziehen kann. Geholfen hat sie mir also auf jeden Fall, da es wie ein kleiner Einblick ins Studium war. Jetzt weiß ich was auf mich zukommen würde, falls ich in dieser Richtung weitermachen sollte.

Lehrzeichen: Was würdest du anders machen, wenn du das wiederholen könntest?

Katharina: Vielleicht würde ich mich ein bisschen besser darauf vorbereiten. Dann hätte ich aus den Vorlesungen bestimmt auch mehr mitnehmen können. Ich habe auch gemerkt, welche große Rolle die Einstellung spielt, mit der man dahin geht; im Nachhinein war es sehr lustig und ich würde auch nochmal mitmachen.

Lehrzeichen: Und als Letztes: würdest du die Chemie-Olympiade weiterempfehlen und hast du irgendwelche Ratschläge für interessierte Schüler?

Katharina: Auf jeden Fall. Wenn man sich dafür interessiert, hilft es einem weiter und man kann tolle Erfahrungen sammeln. Es hilft auch, sich darauf gut vorzubereiten, besonders weil es Universitätsstoff ist. Bei der zweiten Runde gibt es immer drei Spezialthemen, die im Voraus bekannt sind. Wenn man sich damit nicht schon auskennt, sollte man sie sich also nochmal zuhause anschauen und auch die Übungsaufgaben machen, vor allem weil es dann schwer werden kann, bei den Seminaren in der zweiten Runde mitzureden, wenn man die Themen noch nicht im Unterricht behandelt hat und sich deswegen nicht damit auskennt.

Solche Gelegenheiten bieten eine Chance, eine praktische Perspektive zu erhalten. Dies ist essentiell, denn Goethe hatte Recht: „Wenn man ins Wasser kommt, lernt man schwimmen.“ Dabei sind Olympiaden nur ein möglicher See, in dem wir schwimmen lernen können.