Bei der alljährlichen Austauschfahrt in Klasse 9 begaben sich dieses Jahr 12 Schüler auf die Reise nach Polen.

Vor der Reise packte ich alle Sachen in doppelter Ausführung ein, lernte mit Google Translator einige polnische Wörter (die ich immer noch nicht aussprechen kann) und hatte allgemein ein wenig Angst, mich eine Woche in einer Axtmörderfamilie zu befinden.

Der erste Eindruck war sehr freundlich. Empfangen wurden wir sogar auf Deutsch.

Die meisten Polen müssen Deutsch nämlich für mind. 3 Jahre lernen, bevor sie es in der Oberstufe abwählen können. Das polnische Schulsystem ähnelt am ehesten dem amerikanischen, da die Schüler erst 6 Jahre in die Grundschule, danach 3 Jahre in der Mittelschule und wahlweise weitere 3 Jahre auf einem Gymnasium verbringen können.

Die erste große Aktivität war ein Tanzkurs. Es nannte sich „ Polonez“. Der Tanz war ein traditionell polnischer Tanz und die meisten Austauschpartner schienen ihn schon zu kennen. Die beste Beschreibung wäre, dass wir bei epischer Marschmusik majestätisch übers Parkett liefen.

Doch nicht nur dort bekamen wir es mit einem polnischen Tanz zu tun. Auch auf Partys wurde „Belgijka“ getanzt. Dabei stehen mehrere Paare in einem Kreis, laufen vor und zurück und übergeben das Mädchen an den Vordermann. Jede Gelegenheit resultierte in Belgijka.

Dazu tranken wir die meiste Zeit Tee. Grünen Tee. Von morgens bis abends. Bei Ausflügen gab es oft auch deutsches Essen, wie z.B. Schnitzel. Polnisches Essen war dafür „Pierogi“, etwas in der Art von süßen Maultaschen, sowie Sesamringe, die an jeder Ecke für unter 50ct verkauft wurden und übertrieben gut schmeckten. Erschreckend musste ich dafür aber noch feststellen, dass Polen wirklich anders waren. Sie siedelten sich vom Rest der Welt ab. Sie aßen Pizza nur mit Ketchup.

Ansonsten ähnelt Polen Deutschland sehr. Es gibt dort auch viele deutsche Läden. Die Landschaft und Häuser erinnern an Norddeutschland, mit vielen Zäunen und eher flacher Landschaft.

Zusammenfassend war der Austausch eine gute Gelegenheit ein anderes Land kennenzulernen und ist natürlich weiterzuempfehlen.