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 Wie gut werden wir am Gymnasium Isny auf das weitere Leben vorbereitet?

Im Nachhinein ist man meist klüger und würde dann gerne so manche Entscheidungen rückgängig machen. Interessant zu wissen wäre, ob wir unsere Schulwahl in ein paar Jahren bereuen werden. Genau das haben wir Johanna Moch, eine ehemalige Schülerin des Gymnasiums Isny, gefragt und so herausgefunden, inwiefern wir ihrer Meinung nach an unserer Schule auf das weiteres Leben vorbereitet werden.

SZ: Warum fiel deine Wahl nach der vierten Klasse auf das Gymnasium Isny?

Johanna: Tatsächlich bin ich erst in der 6. Klasse an diese Schule gekommen, weil ich davor woanders gewohnt habe. Als ich dann nach Isny gezogen bin, war der Hauptgrund die geographische Nähe und die Möglichkeit, jeden Tag mit dem Fahrrad zur Schule fahren zu können und in der Hinsicht unabhängig zu sein.

SZ: Hast du diese Entscheidung im Laufe der Zeit bereut?

Johanna: Nein, eigentlich nicht. 

SZ: Was hast du aus deiner Schulzeit vor allem mitgenommen?

Johanna: Zum Einen viele Freunde und positive Erfahrungen, aber auch einige coole Projekte und natürlich auch ein paar Lerninhalte.

 

SZ: Würdest du gerne an unserer Schule oder allgemein am Schulsystem etwas verändern?

Johanna: Ja, ich würde das Schulsystem in ganz Deutschland angleichen. Für mich ergibt es keinen Sinn, dass wir in Deutschland so unterschiedliche Schulsysteme haben, die sich sowohl in Fächerwahl, als auch bei Abiturprüfungen etc. unterscheiden. Das Problem hierbei beginnt bei Umzügen über Ländergrenzen hinweg und geht über die Vergleichbarkeit des Abiturs bis zur Konkurrenz um Studienplätze. Warum sollen wir innerhalb eines Landes darüber streiten, welches Bundesland die „beste Bildung“ zur Verfügung stellt oder das „einfachste Abitur“ hat?

SZ: Was glaubst du macht unsere Schule im Vergleich zu anderen besonders?

Johanna: In unserer Schulordnung steht, dass man nicht auf dem Boden sitzen darf… ;-)

Nein, ich finde in unserer Schule herrscht eine produktive Lernatmosphäre und ein gutes Miteinander zwischen Lehrern, Schülern und Schulleitung. Außerdem zeichnet sich das Gymnasium Isny durch ein sehr modernes Gebäude und große Begeisterung und Engagement für den Sport aus.

 

SZ: Würdest du im Nachhinein etwas anders machen, als du es zu deiner Schulzeit getan hast?

Johanna: Wahrscheinlich sollte ich jetzt „mehr lernen“, oder so, sagen. Aber ich bin eigentlich sehr zufrieden damit, wie meine Schulzeit gelaufen ist.

SZ: Wie schwer fandest du das Abitur?

Johanna: Schwer zu sagen. Dadurch, dass man sein ganzes Schulleben ein bisschen darauf hingearbeitet hat, sind die Abiturprüfungen natürlich besondere Prüfungen, bei denen sehr viel Nervosität mitspielt und für die man deutlich mehr gelernt hat, als auf jede Klausur davor, denn sie zählen natürlich dementsprechend auch mehr. Aber im Prinzip hat man ja in der Oberstufe genau das geübt und braucht davor keine Angst zu haben. Und „am schwersten ist immer die nächste Prüfung“, egal welche bei euch als nächstes ansteht. Ihr könnt das auf jeden Fall alle schaffen!

 

SZ: Wurdet ihr deiner Meinung nach gut darauf vorbereitet?

Johanna: Ja, größtenteils schon. Gerade in der Oberstufe stehen von Anfang an die Abiturprüfungen im Fokus und man tastet sich langsam von Klausur zu Klausur an den Schwierigkeitsgrad und die Länge der Abiturprüfungen heran und übt auch unter „Ernstfallbedingungen“.

SZ: Was hast du nach deinem Abitur gemacht?

Johanna: Ich war ein Jahr Au Pair in Washington DC und studiere jetzt Politikwissenschaften mit Nebenfach Geographie an der LMU in München.

 

SZ: Fiel dir die Umstellung von Schulleben zu „Real Life“ sehr schwer?

Johanna: Ehrlich gesagt finde ich es schwierig zu sagen, ob ich jetzt im „Real Life“ bin. Der Unialltag hat meiner Meinung nach schon auch Ähnlichkeiten mit dem Schulleben. Ich lerne ja immer noch viele neue Dinge, schreibe Klausuren und weiß immer noch nicht, welcher Job auf mich zukommen wird. Es ist definitiv ein ganz neuer Lebensabschnitt, der nach dem Abitur beginnt und viele Veränderungen mit sich bringt, aber die passieren eher langsam.

 SZ: Weißt du schon, wie deine Zukunftspläne für die nächsten Jahre aussehen?

Johanna: Schwer zu sagen. In den nächsten zwei Jahren mache ich meinen Bachelor fertig. Dann schaue ich, wie es weiter geht, ob ich ein Master mache und in München bleibe...Vielleicht strande ich ja auch als Taxifahrer oder werde Bundeskanzlerin...?

 

SZ: Auf einer Skala von 1-10 (1= das niedrigste und 10=das höchste) wie gut findest du hat dich das Gymnasium Isny auf das weitere Leben vorbereitet?

Johanna: Ich würde sagen 8. Natürlich habe ich im Unterricht nicht gelernt, wie ich meinen Fahrradreifen flicke, was ich am besten einkaufe und wie ich einen Knopf richtig annähe. Das sind Fähigkeiten, die man im Alltagsleben braucht, aber dafür habe ich andere Sachen gelernt, die mir jetzt in meinem Studium helfen. Natürlich wird oft kritisiert, dass das Erlernen praktischer Fähigkeiten auf dem Gymnasium zu kurz kommt. Das liegt aber an der Schulform und wenn man sich für das Gymnasium entscheidet, entscheidet man sich für eine eher abstrakte, theoretische Ausbildung.

SZ: Gibt es noch einen Tipp, den du an die Schülerinnen und Schüler, die noch zur Schule gehen, weitergeben möchtest?

Johanna: Engagiert euch in unterschiedlichsten Projekten, probiert so viel Neues aus wie möglich, auch wenn ihr auf den ersten Blick skeptisch seid. Bleibt motiviert bei der Sache und gebt nicht auf, wenn es mal nicht so gut läuft. Und vor allem: Versucht Spaß dabei zu haben!

SZ: Vielen Dank für das Interview!

Johanna: Gerne!