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(in Bezug zu: "Der Kondi-Lauf - brauchbares Grundwissen oder unnötige Folter" von Ina Hagspiel) 

Jedes Jahr auf´s Neue machen sich (alle) Schüler auf den erholsamen Spaziergang durch das Rotmoos. Klar, es spazieren natürlich nicht alle. Die Beteiligten lassen sich vielmehr in unterschiedliche Gruppen unterteilen. Da gibt es tatsächlich noch Schüler, die sich die Seele (und in einigen Fällen vielleicht auch die zuvor verspeisten Spaghetti) aus dem Leib rennen. Außerdem den immer größer werdenden Teil derer, die darauf lieber verzichten möchten und deshalb eher den erholsamen (Verdauungs-)Spaziergang in der milden Herbstsonne anpeilen. Und dann natürlich noch die Mitschüler, die gar nicht mitrennen, oder besser, mitgehen wollen und vermeintlich krank sind, aber gleichzeitig selbstverständlich furchtbar traurig, nicht selber mitlaufen zu können. Nicht vergessen darf man außerdem die Lehrer: mit dem Leberkäs-Semmel in der Rechten, einer riesig großen Stoppuhr in der Linken und einem mindestens so großen Mund, aus dem, bei egal welcher Geschwindigkeit und welchem Schüler, „Auf geht´s, sieht gut aus!!“ kommt. Nur komisch, dass viele Lehrer oft gar nicht wissen in der wievielten Runde sich der oder die eigene Schüler(-in) gerade befindet. Da liegt die Vermutung natürlich nahe, dass die größere Aufmerksamkeit nicht den vorbeirennenden Schülern, sondern dem sich in der Rechten befindenden Festmahl gilt.

Seit Anbeginn der Zeit erlebt man eigentlich immer das Gleiche, wobei es in den letzten Jahren zu vermehrter Kritik an dem Event kommt. Aber sollte man den Kondilauf wirklich abschaffen? Wäre uns damit geholfen? 90% würden wahrscheinlich sofort mit „ja“ antworten. Ich wäre einer der restlichen 10%.

In dem Beitrag unserer Schülerzeitung, wird von ´Unnutzen´, ´Leiden´, ´Schrecken´ und ´Angst´ in Bezug auf den Kondilauf berichtet. Dem lässt sich so natürlich nicht zustimmen, obwohl – naja ein bisschen Leiden war da vielleicht schon dabei und – hm ja –, aufgeregt, mit einem mulmigen Gefühl im Bauch, war ich schon auch. Aber trotzdem: sollte man ihn deshalb abschaffen, den von vielen das ganze Jahr lang gefürchteten Lauf? Aber was würde denn passieren, wenn wir alles abschaffen würden, was ein bisschen Anstrengung, Mühe, Nervenkitzel, Angst verursacht? Hätte man da nicht die Deutschklausur heute ausfallen lassen können? Hätten Mama oder Papa heute überhaupt kochen müssen? – Man hätte ja auch schnell rüber zum McDonalds können, um was zum Essen zu holen. Sicher, nicht alles macht immer Spaß, aber macht uns das nicht aus: Durchhaltevermögen, Ehrgeiz? Stellen wir uns vor, wir hätten weder Ehrgeiz, noch Durchhaltevermögen. Was würden wir dann den ganzen Tag lang machen? Hausaufgaben, Lernen, ja die komplette Schule wäre wahrscheinlich nicht mehr drin. Nicht anders würde es im späteren Leben aussehen. Ohne Ehrgeiz keine Arbeit, oder? Ist unsere Gesellschaft nicht auf genau diesen Werten aufgebaut? Wer würde ohne diese Grundeinstellungen unser Land regieren, für Recht und Ordnung sorgen? Wer würde für ein gutes Miteinander kämpfen, für eine gepflegte und saubere Umgebung sorgen, den Müll abholen, mir die Haare schneiden, unser täglich Brot backen? All das und natürlich noch viel mehr wäre ohne Ehrgeiz und Durchhaltevermögen schlichtweg nicht möglich. Jetzt wird sich der/die ein oder andere berechtigterweise fragen, ob man unseren kleinen Kondilauf mit solch großen Dingen überhaupt vergleichen kann. Wenn der Kondilauf doch so winzig ist, unvergleichbar scheint zu all den anderen Dingen, dann müsste er doch auch unvergleichlich einfach zu meistern sein. Wenn wir schon bei dem winzigen Lauf scheitern, was soll dann nur im „richtigen“ Leben passieren? Ich glaube wir alle sollten den Kondilauf als eine von vielen Herausforderungen sehen, die uns tagtäglich begegnen und zumindest versuchen, diese zu meistern.

 „Wir alle“ allerdings nicht nur im Sinne von ´alle Schüler´. Unser Schulslogan lautet „gemeinsam lernen und leben“. Da wäre es doch viel „gemeinsamer“, wenn auch unsere leberkäsliebhabenden Lehrkräfte bei dem Lauf mitmachen würden. Quasi „gemeinsam lernen und laufen“. Schauen wir ein paar Jährchen zurück: noch vor nicht allzu langer Zeit sind tatsächlich (jetzt kommt´s, ihr werdet´s nicht glauben!!!) unsere beiden Schulleiter Herr Müller und Herr Bächi beim Kondilauf mitgelaufen. Aber nicht nur die beiden Anzugträger aus der Chef-Etage haben ein bisschen geschwitzt. Man kann sich mittlerweile kaum mehr vorstellen, dass auch andere Lehrer mitgelaufen sind. 

Ich habe vorhin weit ausgeholt was zentrale Werte unserer Gesellschaft angeht. Meiner Meinung nach sind aber nicht nur Durchhaltevermögen und Ehrgeiz dafür verantwortlich, dass unsere Gesellschaft so ist, wie sie ist. Ich finde, genauso wichtig, wenn nicht sogar noch wichtiger, sind Solidarität und Teamgeist. Aus diesem Grund hat man sich damals wahrscheinlich auch auf das „gemeinsam“ in dem Slogan der Schule geeinigt. Warum aber entziehen sich unsere Lehrer und Rektoren diesem Grundsatz dann? Warum brechen sie das Grundgerüst, auf dem unsere Schule aufgebaut ist?

Das geht an Sie, sehr verehrte Lehrer und Rektoren!: Zeigen Sie uns Schülern doch bitte, dass Sie wirklich hinter Ihrem Schulkonzept stehen und dass dieses nicht nur Fassade ist. Nehmen auch Sie Herausforderungen an. Zeigen Sie Ehrgeiz, Durchhaltevermögen, Teamgeist und Solidarität! In anderen Worten: Laufen Sie mit!!!

Terminliste

  • Generalproben Adventskonzert 13 Dez 2018 14:00

    -

  • Adventskonzert 14 Dez 2018 19:00

  • Weihnachtsferien 22 Dez 2018 00:00 to 23:59

  • 13 Dez - 06 Jan
  • 15 Jan - 26 Jan
  • 30 Jan - 12 Feb
  • 18 Feb - 22 Feb